Fusion Klinikum Frankfurt-Höchst

Am 25.11.2015 lud der Bürgerverein Frankfurt-Griesheim interessierte Bürger zu einem Bürgerforum, zum Thema Fusion des Klinikums Frankfurt-Höchst und der Kliniken des Main-Taunus-Kreises, in das Bürgerhaus Frankfurt-Griesheim ein. Der Diskussion stellten sich auch Politiker der Stadtverordnetenversammlung. Vertreten waren hier die Fraktionen der CDU durch Frau David, der Grünen durch Frau Ross, der SPD durch Herrn Oesterling sowie der Linken durch Frau Pauli. Einer der Kernpunkte und Sorge der anwesenden Bürger war, der Verlust von medizinischer Versorgung und Qualität. Dem konnte der ebenfalls anwesende medizinische Direktor des Klinikums Frankfurt-Höchst, Herr Professor Stelter, aus medizinischer Sicht widersprechen.

Das medizinische Versorgungskonzept sei durchdacht und effizient aufgestellt. Allerdings bemängelte Professor Stelter die öffentliche Diskussion über Kooperation und Fusion. Letztendlich würde es sich bei dem Konstrukt lediglich um eine Kooperation beider Klinikgesellschaften handeln, in deren Dachgesellschaft eine strikte Trennung der finanziellen Haushalte stattfinden würde. Seitens der CDU versprach man den Bürgern von einer Privatisierung des Klinikums Frankfurt-Höchst, auch in ferner Zukunft abzusehen. Die Vertreterin der Grünen unterstrich die positive Unterstützung ihrer Fraktion in der Sache, da es sich um eine Manifestierung bereits gelebter Kooperation handelt. Widerspruch kam aus den Reihen der SPD. Hier wurde der Schwarz-Grünen Koalition vorgeworfen in 10 Jahren Amtszeit nichts bewegt zu haben und nun, kurz vor Toresschluss zur bevorstehenden Kommunalwahl mit allem Nachdruck das Projekt durchboxen zu wollen. Auch die Fraktion der Linken sprach sich gegen die vorgesehene Fusion aus. Hier wurden die Wirtschaftlichkeitsexpertisen und Bilanzen angezweifelt.

Vom gesundheitspolitischen Sprecher der FREIEN WÄHLER in Hessen wurde die Frage nach der Transparenz des Prozesses gestellt. Hier liegt die Vermutung nah, dass wieder einmal hinter verschlossenen Türen ein Paket geschnürt wurde, wo der betroffene Bürger nur die halbe Wahrheit erfahren soll. Kritisiert wurde seitens der FREIEN WÄHLER ebenfalls, dass es sehr unwahrscheinlich ist, zwei kranke und marode Gesellschaften zusammen zu binden und zu hoffen, dass sich eine gesunde Gesellschaft daraus entwickeln kann. Mathematisch gesehen ergibt Minus mal Minus zwar Plus, aber ob das in der Wirtschaft ebenso funktioniert? Und der Patient hat bei all dem Szenario keinen Gewinn! Spezialisierung aller drei Kliniken hat zur Folge, dass Patienten bei komplexen Erkrankungen von A nach B verschoben werden müssen.

Zudem würde beiden finanzschwachen Klinikgesellschaften auch noch eine Dachgesellschaft aufgebürdet, die zusätzliches Geld verschlingt. Die FREIEN WÄHLER gaben auch zu bedenken, dass nach fünfjähriger Kooperation beider Klinikgesellschaften unter einer Dachgesellschaft die unweigerliche Zusammenführung in eine Gesellschaft erfolgen soll. Sollte bis dahin das Konstrukt auf finanziell sicheren Füßen stehen, was nicht zu erwarten ist, steht am Ende die Insolvenz und die Veräußerung an einen privaten Investor. Dann kann man zwar sagen, man habe das nicht gewollt, aber die Weichen dazu werden schon jetzt gestellt.Leidtragender ist und bleibt der Patient. Dieser Entwicklung stellen sich die FREIEN WÄHLER in den Weg. Bei allen finanziellen Betrachtungen muss das Patientenwohl stets im Vordergrund stehen. Kooperationen zur Kostendämpfung sehr gerne, so lange das Patientenwohl nicht gefährdet ist! Die Stadt Frankfurt investiert mehr Finanzmittel in die Kunst und Kultur als in die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Den FREIEN WÄHLERN ist die Gesundheit ihrer Bürger wichtiger!