Fluglärm im Großraum Frankfurt

Dieses Dauerthema bleibt uns erhalten. Der Spagat zwischen wirtschaftlicher Entwicklung des Flughafens und den Gesundheitsrisiken der betroffenen Anwohner bleibt schwierig.

Unverständlich ist, dass vermehrte Überschreitungen des Nachtflugverbots zwischen 23 und 5 Uhr erst zum Thema werden, wenn sich die Bürger massiv beschweren. Vertrauensbildend in die Poltik, bei denen das Land Hessen und die Stadt Frankfurt ja Hauptaktionäre der FRAPORT sind, ist da nicht !

Der OB-Kandidat der FREIEN WÄHLER antwortet den Bürgerinitiativen.

1. Der Kampf gegen Fluglärm soll verstärkt werden.

Die Begrifflichkeit Kampf ist für mich zu negativ behaftet. Ich würde einen Lärm-Dialog bevorzugen.
Die Problematik des Fluglärms ist allen Beteiligten bestens bekannt. Aus meiner Sicht sind hier viele
Verbesserungen erfolgt. Das Ende der Fahnenstange ist hier mit Sicherheit noch nicht erreicht.
Ob man in dieser Phase des Dialoges sich auf einen Kampf einlassen sollte?

2. Unterstützen Sie ein Nachtflugverbot in FRA in der gesetzlichen Nacht von 22 bis 6 Uhr, wie auch vom Umweltbundesamt gefordert?

Ein solches Nachtflugverbot in dem angegebenen Zeitraum halte ich für sinnvoll.

3. Fordern auch Sie die Koalitionsaussage für eine Reduzierung der Flugbewegungen vom heutigen Stand?

Mir ist hier nicht klar, was eine Koalitionsaussage in der Thematik bewirken soll?
Was, wenn eine Koalition endet? Was wäre eine Koalitionsaussage dann wert?
Ich würde einen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Frankfurt anstreben.
Oder einen Generationsvertrag, wie sich Frankfurt am Main in den kommenden 30 Jahren
entwickeln soll. Auch in Anbetracht des Flughafens. Was kann sich Frankfurt in diese Richtung noch leisten und
seinen Bürgern zumuten. Ein solcher Vertrag wäre interfraktionär und bindender als ein Vertragswerk von
koalierenden Zusammenschlüssen.

4. Unterstützen Sie das Bestreben, Reisen innerhalb Deutschlands und Mitteleuropas
auf die Schiene zu verlegen?

Hier muss in der Tat über Sinn und Unsinn von Inlandsflügen diskutiert werden.
Gerade die zentrale Lage Frankfurts macht aus meiner Sicht dieses Geschäftsfeld überflüssig.

5. Empfehlen Sie eine Reduzierung der nationalen Kurzstreckenflüge und damit der Flugbewegungen (z.B. auf 380.000 pro Jahr)?

Wie in der vorherigen Stellungnahme

6. Glauben Sie, dass der Standort 701.000 jährliche Flugbewegungen verkraften kann?

Diese Zahl scheint mir sehr hoch gegriffen und utopisch.
Was allerdings der Flughafen zu leisten vermag und ob diese Zahl mit Nachtflugverbot
Überhaupt realistisch ist, kann ich derzeit nicht beurteilen.

7. Würden Sie das Nachtflugverbot infrage stellen, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist?

Ein Nachtflugverbot ist und bleibt ein Nachtflugverbot.

8. Halten Sie Sonderkonditionen für Billigflieger und damit mehr Flugbewegungen für optimal?

Diese Sonderbehandlung halte ich persönlich nicht gut.
Allerdings ist dieses Geschäftsgebaren in der Verantwortung der Geschäftsführung.
Regulatorisch wird es hier mit Sicherheit in Zukunft Abwanderungen anderer Gesellschaften geben.

9. Unterstützen Sie den Bauantrag zum vorgezogenen Bau des T3/FlugsteigG (Billigfliegerterminal)?

Hier ist die Umsetzungsphase schon zu weit fortgeschritten, um hier entgegen zu wirken.
Aus Sicht der Sicherheit und Auslastungsgrenzen halte ich das Terminal 3 für notwendig.

10. Halten Sie den Strategiewechsel der Fraport AG auf Billigflieger für richtig, nachdem das Drehkreuzgeschäft rückläufig ist?

Wie zu Punkt 8: Nein.

11. Wird Frankfurt langfristig mit dem neuen internationalen Drehkreuz in Istanbul konkurrieren können?

Hier muss die Sicherheitslage und politische Entwicklung in der Türkei betrachtet werden.
Ich denke Frankfurt wird ein Hot-Spot bleiben.

12. Sind Sie für den Abbau der Subventionen des Flugverkehrs?

Ein klares Ja

13. Erkennen Sie für Frankfurt eine Lärmreduzierung durch das Lärmpausenmodell?

Maßgebend sind aus meiner Sicht die Anzahl der Flüge.
Im zeitlichen Ablauf ist hier so viel Dynamik im Spiel, dass ich an der Durchführbarkeit von Lärmpausen zweifle.

14. Bietet das Lärmobergrenzenmodell des HMWVEL aktuell für Frankfurt eine Entlastung?

Hier fehlen mir verlässliche Zahlen. Eine Verbesserung der Lärmsituation ist mit Sicherheit die Folge.
Doch wie zu 1. Bereits erwähnt, ist hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

15. Empfehlen Sie, die NWLB nur in Spitzenzeiten als Überlaufbahn zu nutzen?

Die Nord-West-Landebahn ermöglicht ein anderes Landeprozedere.
Hier einen flexiblen Wechsel zwischen der Landebahn 25C/07C und 25R/07L halte ich für nicht realisierbar.
Zudem wäre die flexible Auslastung lediglich eine Symptomverlagerung und keine Ursachenbeseitigung.

16. Schätzen Sie neue Flugverfahren (GBAS, 3,2% Anflug etc.) heute lärmmindernd ein?

Auch hier fehlen mir Vergleichszahlen.
Ein steilerer Anflug mindert bestimmt die Lärmbelastung.
Beim Abflug wäre ehr das Gegenteil zu erwarten.

17. Soll sich die Stadt gegen die Folgen der Rückenwindkomponente bzw.deren Erhöhung (mehr Anflüge BR25) in der FLK verwenden?

Dies ist eine Sicherheitsrelevante Frage.
Hier sollte die Stadt Frankfurt das Feld den Experten überlassen.

18. Wohnen in Siedlungsbeschränkungsgebieten (Tag- und Nachtschutzzonen) reduziert die Lebensqualität erheblich, gefährdet die Gesundheit
und schränkt die Lernfähigkeit der Kinder ein?

Gesundheitsfördernd ist das Wohnen in einer Lärmzone mit Sicherheit nicht.

19. Wirkt nach Ihrer Erkenntnis der bundesgesetzliche vom Verursacher zu zahlende passive Schallschutz ausreichend?

Soweit ich dies beurteilen kann, ja.

20. Fördern Sie den Beitritt von Frankfurt zur ZRM - Zukunft Rhein-Main Initiative von ca. 30 Kommunen?

Frankfurt hat sich aus meiner Sicht in der Vergangenheit zu stark vom Umland isoliert.
Der Gedanke einer Metropolregion, der Rhein-Main-Region muss neu belebt werden. Mit Frankfurt.

21. Erwägen Sie den Beitritt der Stadt Frankfurt zur KAG - Kommunalen Arbeitsgemeinschaft von 53 Kommunen im Rhein-Main-Gebiet?

Wir in der vorherigen Frage

22. Ist eine weiterführende regionale Kommunalförderung (RegLastG) ohne Frankfurt zum Lärmschutz aus hessischen Steuermitteln sinnvoll?

Wie in 20 beschrieben.

23. Unterstützen Sie die Stabsstelle für Fluglärmschutz, beim Dezernat des OB angesiedelt, auch als Vertretung in der FLK?

Als Bindeglied Fraport-Stadt-Bürger halte ich an einer solchen Stabsstelle fest.

24. Befürworten Sie die Einführung eines Messstellennetzes für Ultrafeinstaub-Immissionen des Luftverkehrs?

In Sachen Umwelt- und Gesundheitsschutz wäre ein solches Messtellennetz sehr gewinnbringend.
Hier würden verlässliche Belastungsdaten erhoben, die aus meiner Sicht bei der zukunftsorientierten Planung helfen könnten.

25. Sollte die Stadt Frankfurt ihre Gesellschafterinteressen bei Fraport AG nicht nur aus Dividenden-, Körperschafts- und Gewerbesteuer-Maximierung
vertreten, sondern auch aus Vorsorge für die Gesundheitsbelange ihrer Bürger eintreten?

Die Stadt Frankfurt ist es ihren Bürgern schuldig, sich für sie einzusetzen.

26. Würden Sie einen der beiden der Stadt Frankfurt zugesicherten Sitze im Aufsichtsrat der Fraport AG beanspruchen?

Ich würde als Bürgervertreter mit Sicherheit einen solchen Platz beanspruchen wollen.

27. Würden Sie als Mitglied des Aufsichtsrats der Fraport AG den Vorstand bewegen, vom reinen Shareholder-Value-Denken abzurücken?

28. Könnten Sie sich vorstellen, als Aufsichtsrat der Fraport AG den Vorstand zum zeitgemäßen Stakeholder-Value zu verpflichten?

Zu 27. Und 28.

Ich glaube nicht, dass man beide Begrifflichkeiten differenziert sehen kann.
Der Einklang und das Zusammenspiel beider Faktoren sind ausschlaggebend für Erfolg und Akzeptanz.
Hier muss der „goldene Mittelweg“ das Ziel sein.

29. Glauben Sie, dass Fraport dem Begriff CSR (Corporate Social Responsibility), also unternehmerische Gesellschaftsverantwortung,
wirklich gerecht wird?

30. Zur CSR gehört nachhaltiges Wirtschaften. Würden Sie als Aufsichtsrat der Fraport AG den Vorstand dafür in die Pflicht nehmen?

Zu 29. Und 30.

Ich glaube schon, dass sich FRAPORT dieser Verantwortung bewusst ist und entsprechend handelt.
Ob ein Maximum an Ausgeglichenheit erreicht ist? Sicherlich ist auch hier Verbesserungspotential möglich.
Wichtig ist für die Zukunft die Waage zu halten, von dem was machbar und was zumutbar ist.
Sowohl in wirtschaftlicher, als auch in ökologischer Sicht.
Auf diese Ausgeglichenheit zwischen wirtschaftlichen Interessen und Einschränkungen Betroffener lege ich mein Augenmerk.

Der Flughafen Frankfurt ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor für Frankfurt und die Region.
Aber hier muss auf den Preis geachtet werden, den die Region bereit sein muss zu bezahlen.
Mit Sicherheit ist der Flughafen und das Leben drumherum eine Gratwanderung des Zumutbaren, die nicht ohne Blessuren für alle Beteiligten
vonstatten geht. Hier gilt es das Gesetzt der Ausgewogenheit im Focus zu behalten.