KRANKENHAUS-KOOPERATION FRANKFURT-HÖCHST/MAINTAUNUS-KREIS

Nun ist sie vollzogen, die Eheschließung der beiden Klinikträger. Fast still und heimlich sind nun in

Sachen Krankenhäuser der Main-Taunus-Kreis und die Stadt Frankfurt miteinander verbunden.

Zunächst nur im Rahmen einer Kooperation, überwacht durch eine Dachgesellschaft, ist das spätere

Ziel dann die endgültige Vereinigung und Verschmelzung zu einer einzigen Rechtsform. Und das alles

natürlich zum Wohle der Patienten und zur Defizitreduzierung.

Drei Häuser, die rote Zahlen in ihren Haushalten schreiben, werden in einen Topf geworfen, damit

am Ende im günstigen Fall eine schwarze Null in den Haushaltsbüchern steht. Nach der

mathematischen Regel: Minus mal Minus gibt Plus! Und einen Neubau in Frankfurt gibt es als

Hochzeitsgeschenk dazu!

Wir stehen dieser Hochzeit kritisch gegenüber. Ob die Rechnung aufgeht, ohne dass die medizinische

Versorgungsqualität und letztlich der Patient leidet, bleibt abzuwarten. Ähnliche Konstrukte endeten

in Privatisierung und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Auch ist der Neubau des Klinikums Höchst,

unter Gesichtspunkten des Passivhaus- oder Niedrigenergiehaus-Standards kritisch zu hinterfragen.

Sind diese Standards doch eher auf Immobilien ausgelegt, die sich regenerieren, das bedeutet, nicht

ständig genutzt werden. Gibt es doch schon Bauten in der Stadt Frankfurt, die eine 24 Stunden/ 365

Tage-Nutzung haben und mit denen man ehr schlechte Erfahrungen gemacht hat, so könnte das

Festhalten an den Passivhaus- oder Niedrigenergiehausstandards ein Fass ohne Boden werden. Und

wir wollen keine Projekte wie den Berliner Flughafen oder die Elb-Philharmonie in Hamburg. Es

bleiben also bei dieser Hochzeit, so freudig das Ereignis auch scheinen mag, noch jede Menge Fragen

offen und bislang unbeantwortet.

Wir bleiben auf jeden Fall am Ball!